Wie baut man in 6 Schritten Generationenvermögen auf?
Von Cecily Jones Veröffentlicht am
2026/07/08 19:15
Juni. 08, 2026
Viele Eltern wünschen sich, ihren Kindern nach ihrem Tod etwas zu hinterlassen. Sie möchten, dass ihre Kinder ein leichteres und komfortableres Leben führen können als sie selbst. Ein zusätzliches Maß an finanzieller Sicherheit kann dabei einen großen Unterschied machen. Diese sechs Schritte können helfen, Generationenvermögen aufzubauen.
1. Über Geld sprechen
Viele Familien haben ein kompliziertes Verhältnis zum Thema Geld. Dadurch kann Geld zu einem Tabuthema werden. Wenn du in deiner Familie eine gesunde Beziehung zum Geld über Generationen hinweg fördern möchtest, ist es wichtig, offen über Finanzen zu sprechen, Wissen weiterzugeben und eigene Erfahrungen zu teilen.
Kinder übernehmen von ihren Eltern viele Einstellungen zum Thema Geld. Finanzielle Bildung kann bereits mit kleinen Schritten beginnen – etwa indem man Kindern ein wöchentliches Taschengeld gibt und ihnen hilft, ein Budget für Dinge zu erstellen, die sie möchten oder benötigen, anstatt ihnen jeden Wunsch sofort zu erfüllen.
2. Für die Zukunft investieren
Viele wohlhabende Menschen, die ich kennengelernt habe, haben große Projekte verwirklicht – beispielsweise ein Unternehmen von Grund auf aufgebaut und später verkauft, wodurch sie erhebliche finanzielle Mittel erhalten haben.
Es ist verständlich, dass man das Geld schützen möchte, für dessen Aufbau man hart gearbeitet hat. Doch Bargeld über viele Jahre einfach zu halten, ist eine einfache Möglichkeit, Kaufkraft zu verlieren und das eigene Vermögen langfristig zu schwächen.
Statt Verkaufserlöse ungenutzt liegen zu lassen, sollte man das Geld mit einem klaren Ziel investieren.
Ist das Ziel, das Vermögen langfristig so stark wie möglich zu vermehren, um es an die nächste Generation weiterzugeben? Dann könnte ein Portfolio mit einem höheren Anteil an Aktien sinnvoll sein, da diese langfristig häufig deutlich an Wert gewinnen können.
Idealerweise sollte man nur genügend Bargeld halten, um drei bis sechs Monate an Notfallreserven sowie größere geplante Anschaffungen innerhalb der nächsten zwei Jahre abzudecken.
3. Schulden verantwortungsvoll nutzen
Ähnlich wie man Kindern beibringt, ein Budget zu erstellen, kann auch eine gesunde Einstellung zu Schulden einen wichtigen Beitrag zum Vermögensaufbau leisten.
Eltern sollten mit ihren Kindern darüber sprechen, was verschiedene Kreditarten bedeuten und wie wichtig es ist, die Kreditauslastung niedrig zu halten.
Wenn Kinder 18 Jahre alt werden, kann man mit ihnen über die Eröffnung einer Kreditkarte sprechen und erklären, wie diese verantwortungsvoll genutzt und regelmäßig zurückgezahlt wird.
Falls sie Studienkredite benötigen, sollten Eltern gemeinsam mit ihnen die Anträge prüfen, die Auswirkungen von Zinssätzen erklären und sie auf Informationsquellen hinweisen, die ihnen helfen, bessere finanzielle Entscheidungen zu treffen.
4. Einen Nachlassplan erstellen
Die Nachlassplanung ist der Prozess, bei dem Menschen festlegen, wie ihr Vermögen im Fall von Krankheit, dauerhafter Handlungsunfähigkeit oder Tod verwaltet und verteilt werden soll.
Ein aktueller und gut vorbereiteter Nachlassplan ermöglicht nicht nur die Weitergabe eines größeren Teils des Vermögens an die nächste Generation, sondern schützt Familien auch vor dem komplizierten und belastenden Nachlassverfahren.
Für die Erstellung eines geeigneten Plans sollte man sich von einem qualifizierten Fachanwalt für Erbrecht und Nachlassplanung beraten lassen.
5. Lebensversicherungen nutzen
Eine Lebensversicherung kann der nächsten Generation im Todesfall eine steuerbegünstigte finanzielle Leistung bieten.
Selbst wenn es während des eigenen Lebens nicht gelingt, ein großes Vermögen für die Erben aufzubauen, kann die Todesfallleistung einer Lebensversicherung neues Vermögen schaffen, das zuvor nicht vorhanden war.
Ein qualifizierter Versicherungsberater kann dabei helfen, die passende Form der Lebensversicherung für die eigene Familie auszuwählen.
6. Gesetze zu deinem Vorteil nutzen
Steuer- und Erbschaftsgesetze können sich verändern. Dennoch gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie Menschen den Übergang ihres Vermögens an die nächste Generation optimieren können.
Derzeit gehören vor allem steuerlich weniger effiziente Vermögenswerte wie traditionelle Altersvorsorgekonten vor Steuern zu den problematischeren Erbschaftsformen.
Viele Erben solcher Altersvorsorgekonten müssen die Vermögenswerte innerhalb von zehn Jahren auszahlen lassen und die damit verbundenen Einkommenssteuern entrichten.
Wenn ich mit Menschen über dieses Thema spreche, empfehle ich ihnen häufig, die steuerlich belasteten Altersvorsorgekonten möglichst während ihres eigenen Lebens zu nutzen. Wenn sie Vermögen weitergeben möchten, sollten sie auch andere Anlageformen außerhalb der Altersvorsorge berücksichtigen.
Wertpapierportfolios und Immobilien erhalten im Todesfall häufig eine sogenannte Aufstockung der steuerlichen Bemessungsgrundlage. Das bedeutet, dass der steuerliche Wert für die Erben dem Marktwert des Vermögens zum Zeitpunkt des Todes entspricht.
Dadurch muss der Erbe keine Kapitalertragssteuer auf bereits entstandene Wertsteigerungen zahlen, wenn er das Vermögen unmittelbar zum Wert des Todesdatums verkauft.
Fazit
Es kann schwierig sein zu wissen, wo man beim Aufbau von Generationenvermögen anfangen soll.
Über Geld mit den eigenen Kindern zu sprechen, für die Zukunft zu investieren, Schulden verantwortungsvoll zu nutzen, einen Nachlassplan zu erstellen, Lebensversicherungen einzusetzen und aktuelle gesetzliche Möglichkeiten zu nutzen, sind wichtige Schritte, um langfristigen Wohlstand für kommende Generationen aufzubauen.
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