• 29 Juni 2026 - 11:44 PM

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Die riesige Snap-Brille sorgt für Spott und Gelächter


Von Victor Tangermann Veröffentlicht am 2026/07/06 21:21
Die riesige Snap-Brille sorgt für Spott und Gelächter
Juni. 06, 2026
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Das Unternehmen Snap Inc., Betreiber der App Snapchat, erlebt erneut einen schweren Rückschlag im Markt für smarte Geräte. Nach einer Reihe kostspieliger Fehlschläge soll die jüngste Ankündigung der neuen Augmented-Reality-Brille „Specs“ die Lage des Unternehmens eher verschärfen als retten. Nicht nur das schockierende Design wurde in den sozialen Netzwerken zur Zielscheibe von Spott – auch der Börsenwert des Unternehmens brach nach der Vorstellung deutlich ein.

Nach einem Verlust von rund 40 Millionen Dollar durch einen gescheiterten Versuch, vor etwa einem Jahrzehnt eine Video-Brille auf den Markt zu bringen, und mehreren erfolglosen Nachfolgemodellen setzt Snap nun auf eine besonders teure AR-Brille namens Specs.

Das Gerät wurde bei einer Präsentation am Dienstag vorgestellt und soll stolze 2195 US-Dollar kosten. Auffällig ist vor allem das extrem klobige Design, das in sozialen Medien eine Welle der Häme auslöste.

Spiegel-Auftritt und Wut im Netz

Bei einer späteren Tech-Konferenz in Kalifornien zeigte sich CEO Evan Spiegel selbst mit der überdimensionierten Brille. Das Modell besitzt einen großen, cartoonartigen Rahmen und reflektierende Gläser, die den Eindruck vermitteln, dass der Träger permanent mit visuellen Informationen überflutet wird.

Ein Nutzer auf der Plattform X kommentierte:
„Ich bekomme schon beim Ansehen Kopfschmerzen und Ohrenschmerzen.“

Ein anderer schrieb:
„Sie sieht aus wie eine 3D-Brille aus dem IMAX-Kino.“

Ein weiterer Nutzer fragte scharf:
„Wer hat dieses Monstrum entworfen?“

Börsenschock und enttäuschte Investoren

Auch die Anleger reagierten deutlich negativ: Die Aktie von Snap fiel nach der Ankündigung am Dienstag um fast 30 Prozent – ein schwerer Rückschlag für das Social-Media-Unternehmen, das ohnehin mit großen Herausforderungen kämpft.

Versprechen einer „neuen Computer-Ära“ trifft auf Realität

Snap bewirbt die neue Brille als Werkzeug, das Menschen helfen soll, intensiver miteinander zu interagieren. CEO Spiegel sprach von einer neuen Ära des Computers. Die Specs können etwa Navigationshinweise anzeigen oder Fragen zu dem beantworten, was der Nutzer gerade sieht – ein Konzept, das in der Branche bereits mehrfach aufgegriffen wurde.

Doch angesichts des hohen Preises und des ungewöhnlichen Designs bleiben Zweifel, ob sich Specs zu einem Massenprodukt entwickeln können.

Der Marktanalyst Ben Wood von CCS Insight sagte gegenüber der BBC, dass die Brille trotz interessanter Funktionen mit nur etwa vier Stunden Akkulaufzeit und ihrem sperrigen Design kaum in der Lage sein werde, das Smartphone in absehbarer Zeit zu ersetzen.

Schlechter Zeitpunkt und drohende Datenschutzprobleme


Der Zeitpunkt der Markteinführung ist zudem ungünstig: Während Meta Platforms mit Datenschutzdebatten rund um ihre Smart Glasses und Gesichtserkennungstechnologien kämpft, versucht Snap, Vertrauen in ein ähnliches Produkt aufzubauen.

Spiegel versicherte, Datenschutz müsse von Anfang an integriert sein und Specs würden nur erfolgreich sein, wenn Nutzer ihnen vertrauen. Wie genau diese Versprechen umgesetzt werden sollen, bleibt jedoch offen.

Ein Produkt, das kaum Chancen hat

Nach mehreren gescheiterten Versuchen im Bereich der Smart Glasses steht Snap vor einer schwierigen, möglicherweise kaum zu gewinnenden Herausforderung. Angesichts der heftigen Online-Reaktionen und der enttäuschten Investoren scheint es, als sei die überdimensionierte Specs-Brille bereits jetzt ein Produkt ohne Zukunft.

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