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8.900 Euro pro Exemplar: Deutsche Werkstatt lässt die Büste der Nofretete neu entstehen


Von Nofretete Veröffentlicht am 2026/07/21 18:57
8.900 Euro pro Exemplar: Deutsche Werkstatt lässt die Büste der Nofretete neu entstehen
Juni. 21, 2026
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In einem unscheinbaren Gebäude der Staatlichen Museen zu Berlin arbeiten nur wenige Künstler und Kunsthandwerker daran, einige der berühmtesten Meisterwerke der Antike neu entstehen zu lassen. In der Gipsformerei entstehen keine Fälschungen, sondern originalgetreue Museumsrepliken, die das kulturelle Erbe bewahren und Museen, Universitäten sowie Sammlern in aller Welt zugänglich machen.

Zu den begehrtesten Werken gehört die Büste der ägyptischen Königin Nofretete, die als eine der bekanntesten Ikonen des Alten Ägypten gilt. In einer der Werkstätten setzt die Restauratorin und Skulpturenmalerin Johanna Gassmann die letzten Farbakzente auf eine neue Replik. Mit feinen Pinseln und sorgfältig abgestimmten Pigmenten rekonstruiert sie jede Farbnuance des mehr als 3.300 Jahre alten Originals.

Originalgetreue Nachbildung

Die Werkstatt arbeitet nicht mit gewöhnlichen Formen, sondern mit historischen Abgüssen, die direkt vom Original oder von den seit dem 19. Jahrhundert erhaltenen Negativformen angefertigt wurden. Nach dem Guss werden die Skulpturen von Hand nachbearbeitet, kleinste Unebenheiten beseitigt und schließlich in einem aufwendigen Verfahren koloriert.

Gerade die Bemalung gilt als anspruchsvollster Arbeitsschritt, da nicht nur die ursprünglichen Farben, sondern auch Alterungsspuren, feine Risse und die Patina des Originals möglichst exakt nachgebildet werden müssen.

Für die aktuelle Edition der Nofretete-Replik nahmen Forschung, Farbanalysen und handwerkliche Vorbereitung rund zwei Jahre in Anspruch. Ziel war es, die bislang authentischste Nachbildung der weltberühmten Büste zu schaffen.

Nur 20 Exemplare pro Jahr

Von der Nofretete-Büste entstehen jährlich höchstens 20 Exemplare. Der Preis beträgt 8.900 Euro pro Stück. Das Original bleibt weiterhin im Neuen Museum in Berlin ausgestellt und zählt zu den bedeutendsten Besuchermagneten der deutschen Museumslandschaft.

Die Repliken werden ausschließlich als offiziell zertifizierte Museumsnachbildungen an Museen, wissenschaftliche Einrichtungen und private Sammler verkauft. Jede Kopie wird in aufwendiger Handarbeit gefertigt und dokumentiert.

Eine der ältesten Replikwerkstätten der Welt

Die Berliner Gipsformerei wurde 1819 gegründet und zählt zu den ältesten Einrichtungen ihrer Art weltweit. Heute verfügt sie über Tausende historischer Formen von Kunstwerken aus Ägypten, Griechenland, Rom, dem Vorderen Orient und Europa.

Ihre Aufgabe geht weit über die Herstellung von Repliken hinaus: Die Werkstatt bewahrt dreidimensionale Zeugnisse bedeutender Kunstwerke, ermöglicht deren wissenschaftliche Erforschung und schützt die Originale vor unnötiger Beanspruchung.

Bewahrung statt Fälschung

Nach Angaben der Staatlichen Museen besteht der grundlegende Unterschied zwischen einer Museumsreplik und einer Fälschung in der Transparenz und dem Zweck. Jede in der Gipsformerei hergestellte Büste ist eindeutig als Replik gekennzeichnet und dient wissenschaftlichen, kulturellen oder musealen Zwecken.

Damit gilt die Berliner Werkstatt als internationales Vorbild dafür, wie traditionelle Handwerkskunst und moderne Restaurierungstechniken zusammenwirken können, um das kulturelle Erbe der Menschheit zu bewahren und zugleich einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

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