Der Klon des Klons – ein tragisches Ende geklonter Linien
Von Frank Landimor Veröffentlicht am
2026/07/06 21:06
Juni. 06, 2026
Kann man Lebewesen tatsächlich unbegrenzt klonen? Eine aktuelle japanische Studie dämpft diesen wissenschaftlichen Optimismus drastisch. Sie zeigt einen dramatischen biologischen Zusammenbruch in Mäusestämmen nach 58 aufeinanderfolgenden Klongenerationen. Die Ergebnisse sind nicht nur ein Laborfehlschlag, sondern ein Warnsignal für große Projekte, die darauf abzielen, ausgestorbene Tiere wiederzubeleben oder Haustiere von Prominenten zu klonen.
Ein japanisches Forschungsteam entdeckte in einer über zwei Jahrzehnte laufenden Studie, dass der Versuch, Lebewesen unendlich oft zu klonen, zu unvorhersehbaren biologischen Katastrophen führen kann. Die Klonlinie einer einzelnen Maus brach nach 58 Generationen vollständig zusammen: Alle Nachkommen der letzten Generation starben unmittelbar nach der Geburt.
Biologischer Kollaps
Laut einer in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichten Studie begann das Experiment mit der ehrgeizigen Vision, unbegrenzt identische Kopien zu erzeugen. Zwischen 2005 und 2013 verliefen die Ergebnisse zunächst vielversprechend, und bis zur 25. Generation traten keine erkennbaren Gesundheitsprobleme auf.
Doch danach verschlechterte sich die biologische Stabilität deutlich: Spätere Generationen zeigten Anzeichen von Schwäche, darunter verminderte Fruchtbarkeit und eine Vergrößerung der Plazenta.
Mit der 58. Generation brach das Experiment vollständig zusammen – alle Neugeborenen starben am ersten Lebenstag, obwohl äußerlich keine offensichtlichen Fehlbildungen festzustellen waren.
Die genetische Belastung des Klonens
Genetische Analysen zeigten, dass „identische Kopien“ in Wirklichkeit nicht vollkommen identisch sind. Die DNA-Sequenzierung offenbarte eine schleichende Anhäufung kleiner Mutationen über die Generationen hinweg, die sich schließlich zu schweren genetischen Defekten entwickelten. In einigen Fällen kam es sogar zum vollständigen Verlust eines X-Chromosoms.
Der leitende Forscher Tetsuro Wakayama von der Yamanashi University erklärte:
„Wir haben festgestellt, dass genetische Mutationen bei Klonorganismen etwa dreimal häufiger auftreten als bei natürlicher Fortpflanzung. Ohne genetische Vielfalt werden diese Defekte weitergegeben und akkumulieren sich, bis schließlich die gesamte Linie kollabiert.“
Klonen von Prominenten
Die Ergebnisse stellen mehrere optimistische Zukunftsvisionen in Frage: die Tierzuchtindustrie, die auf perfekte Herden abzielt; das kommerzielle Klonen, etwa zur Wiederherstellung verstorbener Haustiere von Prominenten und wohlhabenden Kunden; sowie Projekte zur „Wiederbelebung ausgestorbener Arten“.
Wakayama kommt zu dem Schluss, dass Säugetiere im Gegensatz zu Pflanzen oder Bakterien nicht in der Lage sind, ihre Art durch wiederholtes Klonen stabil zu erhalten. Wenn die Wissenschaft diese biologische Grenze überwinden wolle, seien völlig neue Technologien erforderlich.
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