Die Bären wittern Blut: Leerverkäufer setzen massiv auf fallende SpaceX-Kurse
Von Frank Landymore Veröffentlicht am
2026/07/17 08:10
Juni. 17, 2026
Die Skeptiker der Zukunft von SpaceX – die sogenannten Bären an der Börse – wittern ihre Chance. Nachdem die Aktie des Unternehmens unter ihren Ausgabepreis beim Börsengang (IPO) gefallen ist und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei 131 US-Dollar notierte, bauen Leerverkäufer ihre Positionen massiv aus. Sie setzen auf weiter fallende Kurse und darauf, dass die Strahlkraft von CEO Elon Musk bei den Investoren weiter nachlässt.
Wie CNBC unter Berufung auf Daten von S3 Partners berichtet, sind inzwischen 185 Millionen SpaceX-Aktien leer verkauft. Das entspricht fast 29 Prozent der frei handelbaren Aktien des Unternehmens. Noch vor drei Wochen lag dieser Anteil lediglich zwischen fünf und sieben Prozent.
Ihor Dusaniwsky, Geschäftsführer von S3 Partners, erklärte gegenüber Bloomberg, dies sei eine der höchsten Short-Quoten, die jemals im ersten Börsenmonat eines Unternehmens verzeichnet wurden. Die jüngste Kursschwäche habe die Leerverkäufe zusätzlich angeheizt. Hinzu komme die Erwartung, dass die Lock-up-Fristen für Insider-Aktien in den kommenden Monaten auslaufen. Dadurch werden weitere SpaceX-Aktien handelbar – ein Faktor, der erheblichen Einfluss auf die weitere Kursentwicklung haben könnte.
Vom Börsenstar zum Kursrutsch
SpaceX hatte den Ausgabepreis seines Börsengangs auf 135 US-Dollar je Aktie festgelegt. Am ersten Handelstag legte die Aktie zunächst einen fulminanten Börsenstart hin, stieg auf 150 US-Dollar und überschritt wenige Tage später sogar die Marke von 200 US-Dollar.
Die Euphorie hielt jedoch nicht lange an. Im vergangenen Monat verlor die Aktie kontinuierlich an Wert und büßte gegenüber ihrem Höchststand bereits rund ein Drittel ihres Börsenwertes ein.
Investoren stellen zunehmend Musks langfristige Strategie infrage. Dazu gehört unter anderem der ambitionierte Plan, KI-Rechenzentren im Erdorbit zu errichten. Gleichzeitig bleibt unklar, wann das Raumfahrtunternehmen nachhaltig profitabel arbeiten wird. Im vergangenen Jahr verzeichnete SpaceX einen Verlust von nahezu fünf Milliarden US-Dollar.
Die xAI-Fusion belastet zusätzlich
Für zusätzlichen Gegenwind sorgt Musks Entscheidung, SpaceX noch vor dem Börsengang mit seinem KI-Unternehmen xAI zusammenzuführen. Dadurch geriet das Raumfahrtunternehmen auch in den Sog der Kontroversen rund um xAI. Dazu zählt unter anderem der Missbrauch des Chatbots Grok zur massenhaften Erstellung nicht einvernehmlicher sexualisierter Darstellungen realer Personen.
Bislang hatte die Begeisterung für die Raumfahrt SpaceX weitgehend von der negativen Stimmung gegenüber Elon Musk abgeschirmt. Mit dem schwindenden Optimismus der Anleger profitieren nun jedoch die Leerverkäufer: Laut Bloomberg belaufen sich ihre bisherigen Buchgewinne inzwischen auf rund 3,88 Milliarden US-Dollar.
Der nächste Belastungstest: Die Lock-up-Fristen laufen aus
Die kommenden Monate könnten für die SpaceX-Aktie zu einer entscheidenden Bewährungsprobe werden. Beim Börsengang wurde zunächst nur ein kleiner Teil der Aktien für den öffentlichen Handel freigegeben, um einen sofortigen Verkaufsdruck durch Insider zu verhindern.
Doch genau diese Schutzmaßnahme läuft nun schrittweise aus. Bis Dezember endet die Lock-up-Periode für rund die Hälfte aller SpaceX-Aktien. Damit kommt eine große Zahl zusätzlicher Aktien auf den Markt – deutlich mehr, als derzeit frei gehandelt wird.
Sollten zahlreiche Investoren ihre neu freigegebenen Aktien verkaufen, könnte dies den Kurs erheblich unter Druck setzen. Marktbeobachter rechnen deshalb mit einer Phase hoher Volatilität, während die Aktien schrittweise handelbar werden – ein Szenario, das nach der jüngsten Kursentwicklung für zusätzliche Unsicherheit sorgen dürfte.
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