Streik gegen humanoide Roboter legt Hyundai-Werk weitgehend lahm
Von Joe Wilkins Veröffentlicht am
2026/07/19 01:38
Juni. 19, 2026
Von Autofabriken in Detroit bis zu Logistikzentren in Shenzhen hält eine neue Generation humanoider Roboter Einzug – doch die Beschäftigten, deren Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, wollen sich nicht kampflos geschlagen geben.
Ende Juni votierten Tausende Mitglieder der Korean Metal Workers’ Union (KMWU) für Arbeitskampfmaßnahmen, nachdem Hyundai angekündigt hatte, mehr als 25.000 humanoide Roboter in seinen Werken einsetzen zu wollen.
Wenige Wochen später hat der Arbeitskampf die Produktion in einem Hyundai-Werk nahezu zum Erliegen gebracht. Nach Angaben des Wall Street Journal (WSJ) griffen die Beschäftigten zu einem Teilstreik, nachdem die Tarifverhandlungen in der vergangenen Woche gescheitert waren. Seit Montag legen sie während jeder Schicht vier Stunden die Arbeit nieder, wodurch die Produktionslinien für die Hälfte der Arbeitszeit stillstehen.
Nach Angaben des WSJ sind die wirtschaftlichen Folgen erheblich: Der Streik könnte die Produktion von rund 5.000 Fahrzeugen beeinträchtigen und Hyundai Umsatzeinbußen von etwa 135 Millionen US-Dollar bescheren. Sollte der Konzern im Tarifkonflikt keine Zugeständnisse machen, kündigte die Gewerkschaft an, den Arbeitskampf weiter zu verschärfen – entweder durch längere Arbeitsniederlegungen, einen unbefristeten Vollstreik oder eine Kombination aus beiden Maßnahmen.
Nach Einschätzung des Wall Street Journal wäre dies der erste größere Arbeitskampf, der sich ausdrücklich gegen den geplanten Einsatz humanoider Roboter richtet – ein möglicher Wendepunkt in der Geschichte gewerkschaftlicher Auseinandersetzungen. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Hyundais Pläne, Tausende humanoide Roboter des Typs „Atlas“ einzusetzen, die von Boston Dynamics entwickelt wurden. Die zweibeinigen Maschinen sind rund 1,88 Meter groß und können Lasten von bis zu 50 Kilogramm heben.
Obwohl die Roboter bislang noch nicht in den Produktionshallen eingesetzt werden, betonen die Gewerkschaftsvertreter, dass der Arbeitskampf den Beschäftigten die Möglichkeit geben soll, neue tarifliche Schutzmechanismen auszuhandeln, bevor der großflächige Einsatz humanoider Robotersysteme beginnt.
„Wir müssen uns vorbereiten, um sicherzustellen, dass entsprechende Schutzmaßnahmen vorhanden sind“, sagte Byun Jun-hwan, Generalsekretär der KMWU und Chefunterhändler, dem Wall Street Journal.
Zu den zentralen Forderungen der Gewerkschaft zählen verbindliche Beschäftigungsgarantien angesichts des zunehmenden Einsatzes von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung, höhere Erfolgsbeteiligungen entsprechend der Gewinnentwicklung von Hyundai, die Umstellung von Stundenlöhnen auf feste Gehaltsmodelle sowie ein verbindliches Mitspracherecht der Arbeitnehmervertretung bei jeder Einführung humanoider Roboter in den Produktionsprozess.
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