Tanzen schenkt bis zu fünf zusätzliche Lebensjahre
Von Corinne Miller Veröffentlicht am
2026/07/07 10:53
Juni. 07, 2026
Mit dem Beginn eines neuen Jahres denken viele Menschen darüber nach, wie sie länger und gesünder leben können. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung gehören selbstverständlich dazu – doch neue Forschungsergebnisse zeigen nun, welchen konkreten Einfluss körperliche Aktivität auf die Lebenserwartung haben kann.
Eine aktuelle Studie hat untersucht, wie lange Menschen voraussichtlich leben können, wenn sie körperlich aktiv sind – und wie viel Bewegung dafür erforderlich ist. Wie lässt sich also die Lebenserwartung erhöhen? Die Forschung liefert interessante Antworten.
Was hat die Studie herausgefunden?
Die Studie, die kürzlich im British Journal of Sports Medicine veröffentlicht wurde, analysierte Daten der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES).
Die Forscher untersuchten dabei speziell Amerikaner im Alter von 40 Jahren und älter, die während der Studie mindestens vier Tage lang Aktivitätsmessgeräte trugen.
Anschließend verglichen sie die körperlich aktivsten Teilnehmer mit den am wenigsten aktiven und setzten deren Aktivitätsniveau mit der jeweiligen Lebenserwartung in Beziehung.
Das Ergebnis überrascht kaum: Die körperlich aktivsten Menschen hatten die höchste Lebenserwartung.
Konkret stellten die Wissenschaftler fest, dass Menschen über 40 Jahre ihre Lebenserwartung um durchschnittlich 5,3 Jahre erhöhen könnten, wenn sie zu den aktivsten 25 Prozent der Bevölkerung gehörten.
Die aktivste Gruppe kam auf durchschnittlich rund 160 Minuten Gehen pro Tag. Die am wenigsten aktive Gruppe bewegte sich dagegen nur etwa 49 Minuten täglich. Um vergleichbare gesundheitliche Vorteile zu erzielen, müssten diese Personen ihre tägliche Bewegung also um rund 111 Minuten steigern.
Wie viel Bewegung ist notwendig, um länger zu leben?
Eine eindeutige Antwort gibt es nicht.
Die Studie basiert lediglich auf vier Tagen Aktivitätsdaten, die mithilfe von Bewegungsmessern erfasst wurden. Dennoch deuten die Ergebnisse darauf hin, dass etwa 160 Minuten tägliche körperliche Aktivität besonders vorteilhaft sein könnten.
Welche Art von Bewegung verlängert das Leben?
Ryan Glatt, Gehirngesundheits-Coach und Leiter des FitBrain-Programms am Pacific Neuroscience Institute in Santa Monica (Kalifornien), betont, dass grundsätzlich jede Form von Bewegung hilfreich sei.
Vor allem Menschen, die bisher wenig aktiv waren, könnten am stärksten davon profitieren, ihre tägliche Bewegung zu erhöhen.
„Die gesundheitlichen Vorteile sind besonders groß bei inaktiven Menschen. Bereits kleine Steigerungen der körperlichen Aktivität können das Risiko für nichtübertragbare Krankheiten und einen vorzeitigen Tod deutlich senken“, erklärt Glatt.
Auch Scott Kaiser, Geriater am Providence Saint John's Health Center in Santa Monica, ist überzeugt:
„Die Art der Bewegung spielt keine entscheidende Rolle – Hauptsache, man bewegt sich.“
Besonders empfiehlt Kaiser das Tanzen. Studien zeigen, dass Bewegungsformen, die körperliche und geistige Herausforderungen miteinander verbinden, das Gedächtnis und die Gesundheit des Gehirns besonders wirksam fördern können.
„Diese Art von Bewegung wirkt fast wie ein Wundermedikament“, sagt Kaiser. „Schon zehn Minuten können erstaunliche Effekte haben.“
Wie lässt sich die Lebenserwartung zusätzlich erhöhen?
Neben regelmäßiger Bewegung empfiehlt Kaiser weitere Maßnahmen für ein langes und gesundes Leben:
Ernähren Sie sich abwechslungsreich und essen Sie reichlich grünes Blattgemüse, Beeren und andere Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Phytonährstoffen, die die Gesundheit des Gehirns unterstützen.
Praktizieren Sie Achtsamkeit oder andere Entspannungstechniken, um den täglichen Stress zu reduzieren.
Pflegen Sie soziale Kontakte und bleiben Sie mit anderen Menschen verbunden.
Engagieren Sie sich ehrenamtlich, wenn möglich. Kaiser erklärt: „Freiwilliges Engagement, Großzügigkeit und ein starkes Gefühl von Sinnhaftigkeit gehören zu den geheimen Zutaten eines gesunden Alterns und zählen zu den wirkungsvollsten Möglichkeiten, unser Gehirn positiv zu beeinflussen.“
Suchen Sie sich kreative Beschäftigungen, etwa das Spielen eines Musikinstruments oder das Malen.
Achten Sie auf ausreichend hochwertigen Schlaf, damit sich Ihr Gehirn während der Nacht regenerieren und neue Energie sammeln kann.
Darüber hinaus weist Alfred Tallia, Professor und Leiter der Abteilung für Familienmedizin und Community Health an der Robert Wood Johnson Medical School, darauf hin:
„Aus anderen Studien wissen wir, dass vorzeitige Sterblichkeit mit zahlreichen Gesundheitsrisiken verbunden ist – darunter Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung beziehungsweise Fettleibigkeit sowie Bewegungsmangel.“
Insgesamt leben Menschen, die diese Risikofaktoren vermeiden, im Durchschnitt länger. Dennoch sei Langlebigkeit immer auch von individuellen Faktoren abhängig.
Eines steht jedoch fest: Regelmäßige körperliche Aktivität kann kaum schaden. Deshalb, so Tallia, „bestätigt diese Studie erneut die Erkenntnis, dass mehr Bewegung für die meisten Menschen eindeutig von Vorteil ist.“
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