• 29 Juni 2026 - 10:54 PM

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Gefurchte Zunge: Das sagt sie über deine Gesundheit


Von Kelsey Borresen Veröffentlicht am 2026/07/06 16:00
Gefurchte Zunge: Das sagt sie über deine Gesundheit
Juni. 06, 2026
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Vielleicht verbringst du kaum oder gar keine Zeit damit, deine Zunge zu betrachten – doch genau dieser Teil des Körpers kann viel über deine Gesundheit verraten.

Die Zunge ist ein wichtiges Organ, das aus Skelettmuskulatur besteht, an der Zungenbasis im Mundraum liegt und eine zentrale Rolle beim Essen und Schlucken spielt. Außerdem ist sie das wichtigste Geschmacksorgan und unterstützt durch ihre große Beweglichkeit auch die Lautbildung beim Sprechen.

Dr. Neeraj Panchal, Leiter der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Presbyterian Medical Center, erklärte, dass „die Zunge viel über die Gesundheit des Körpers verrät“. Ein Beispiel sei ihre Form. Eine gefurchte Zunge – also, wie der Name schon sagt, mit „Einbuchtungen oder Einkerbungen an den Rändern“ – entsteht meist durch anhaltenden Druck der Zunge gegen die Zähne.

Dr. Soroush Zaghi, HNO-Arzt und Schlafchirurg in Los Angeles, beschreibt die sogenannte gefurchte Zunge (auch „Scalloped Tongue“ oder „Wellenzunge“) so: Sie sei sichtbar, wenn man die Zunge herausstreckt und unregelmäßige Linien oder Wellen entlang der Seitenränder erkennt, die „so aussehen, als hätten sie den Abdruck der Zähne angenommen“.

Im Folgenden erklären Experten mögliche Ursachen dafür, warum die Zunge so aussehen kann und was das bedeuten könnte:

1. Möglicher Vitaminmangel

Laut Dr. Zaghi kann ein Mangel an bestimmten Nährstoffen – insbesondere B-Vitaminen wie B12, Folsäure (B9) und Riboflavin (B2) – zu einer geschwollenen Zunge führen sowie zu weiteren Problemen im Mundraum wie Zahnfleischentzündungen.

„Diese Furchung kann dazu führen, dass die Zunge gegen die Zähne gedrückt wird und dadurch das wellige Erscheinungsbild entsteht“, erklärt er. „Diese Vitamine sind entscheidend für die Zellregeneration und die Gesundheit der Schleimhäute im Mund.“

2. Zähneknirschen oder Pressen

Eine weitere mögliche Ursache ist ein ungünstiges Mundverhalten wie Zähneknirschen (Bruxismus) oder Kieferpressen. Diese Verhaltensweisen treten häufig bei Stress oder Angst auf und gehen oft mit Kopfschmerzen, Kieferschmerzen, Zahnschäden und Temperaturempfindlichkeit einher.

Dr. Zaghi erklärt: „Diese Zustände erzeugen zusätzlichen Druck auf die Zungenränder, wodurch sich im Laufe der Zeit die typische Furchung entwickeln kann.“ Auch das sogenannte Zungendrücken könne dazu beitragen.

3. Dehydrierung

Zu wenig Flüssigkeitsaufnahme kann zu Schwellungen im Körper führen – auch in der Zunge. „Eine geschwollene Zunge kann wiederholt oder stark gegen die Zähne drücken und so die charakteristischen Ränder verursachen“, so Zaghi.

4. Eingeschränkter Platz für die Zunge

Anatomische Faktoren wie ein hoher oder enger Gaumen oder ein zurückliegender Kiefer können den verfügbaren Raum für die Zunge im Mund reduzieren. Dadurch wird sie gegen die Zähne gedrückt, was die Eindrücke an den Rändern verursacht.

5. Schlafapnoe

Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist eine Störung, bei der die Atmung während der Nacht wiederholt durch eine Verengung der Atemwege unterbrochen wird. Symptome sind unter anderem lautes Schnarchen und Tagesmüdigkeit. Häufig betroffen sind Menschen mit bestimmten anatomischen Merkmalen wie kleinem Kiefer oder großer Zunge.

Während nächtlicher Atemprobleme kann es unbewusst zu Druck der Zunge gegen die Zähne kommen.

„Zustände wie Schlafapnoe, bei denen die Zunge die Atemwege blockieren kann, stehen oft im Zusammenhang mit eingeschränktem Zungenraum“, so Zaghi.

Unbehandelt kann Schlafapnoe ernsthafte Folgen haben, darunter ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Verkehrsunfälle aufgrund von Schlafmangel.

6. Kiefergelenksstörung

Störungen des Kiefergelenks (TMJ), das den Unterkiefer mit dem Schädel verbindet, können Schmerzen im Kiefer, in den Ohren sowie Probleme beim Öffnen und Schließen des Mundes verursachen.

Laut Zaghi kann eine Fehlstellung die Zungenfreiheit im Mundraum verringern und dadurch eine gefurchte Zunge begünstigen.

7. Schilddrüsenprobleme

Eine Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) kann zu einer geschwollenen Zunge führen, die stärker gegen die Zähne drückt. Weitere Symptome sind Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und Haarausfall.

Ist eine gefurchte Zunge gefährlich?

Zaghi betont, dass eine gefurchte Zunge an sich nicht schädlich ist. Chronische Veränderungen könnten jedoch auf zugrunde liegende Gesundheitsprobleme hinweisen und sollten daher abgeklärt werden.

Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn die Veränderungen anhalten, schmerzhafte oder schlecht heilende Stellen auftreten oder weitere Symptome wie Schluck- oder Sprachprobleme hinzukommen.

Auch bei Hinweisen auf Schlafapnoe, Kiefergelenksstörungen oder Schilddrüsenprobleme sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

Die Behandlung kann je nach Ursache Ernährungsanpassungen, kieferorthopädische Maßnahmen, Therapien gegen Zähneknirschen oder die Behandlung begleitender Erkrankungen umfassen.

„Ein medizinischer Fachmann kann helfen, die Ursache der Veränderungen zu identifizieren und passende Behandlungsmöglichkeiten zu finden“, so Zaghi. „Ein solcher Ansatz verbessert nicht nur das lokale Problem, sondern auch die allgemeine Mund- und Gesamtgesundheit.“

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