Die Hälfte der Menschen hatte während des Lockdowns virtuellen Sex
Von Olivia Petter Veröffentlicht am
2026/07/08 21:07
Juni. 08, 2026
Eine neue Studie hat ergeben, dass viele Menschen während des ersten Lockdowns nach dem Ausbruch von COVID-19 virtuelle Formen der Sexualität praktizierten.
Eine Umfrage unter mehr als 6.654 Personen, durchgeführt von der University College London (UCL), der University of Glasgow und dem National Centre for Social Research, ergab, dass mehr als die Hälfte (53 Prozent) der 18- bis 59-Jährigen während des ersten Corona-Lockdowns, der im März 2020 begann, auf virtuelle sexuelle Aktivitäten zurückgriff – darunter Sexting oder das Ansehen pornografischer Inhalte.
Die Untersuchung zeigte außerdem, dass Männer deutlich häufiger pornografische Inhalte konsumierten als Frauen. 64 Prozent der Männer gaben an, sexuell explizites Material angesehen zu haben, verglichen mit lediglich 21 Prozent der Frauen.
Die Studie, in der die Teilnehmer zu ihrem Sexualverhalten während der ersten vier Monate des Lockdowns befragt wurden, ergab zudem, dass insbesondere junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren Veränderungen ihres Sexuallebens berichteten.
Rund 66 Prozent dieser Altersgruppe erklärten, dass die Häufigkeit ihrer sexuellen Aktivitäten in diesem Zeitraum zurückgegangen sei. Gleichzeitig zeigte die Untersuchung, dass nach Beginn des Lockdowns weiterhin viele Menschen körperlichen Sex hatten: 63 Prozent der befragten Erwachsenen gaben an, während dieser Zeit Geschlechtsverkehr mit einer anderen Person gehabt zu haben.
Die Mehrheit dieser Personen – 76 Prozent – lebte mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin zusammen und verstieß daher nicht zwangsläufig gegen die geltenden Kontaktbeschränkungen.
Die Autoren der Studie betonten, dass die Untersuchung so konzipiert wurde, dass sie die britische Bevölkerung repräsentiert. Aufgrund fehlender Vergleichsdaten zum Sexualverhalten vor Beginn der Pandemie sei es jedoch nur eingeschränkt möglich gewesen, Veränderungen exakt zu messen.
Die Mitautorin Soazig Clifton erklärte gegenüber Sky News zu den Ergebnissen:
„Junge Menschen berichteten häufiger von Veränderungen ihres Sexuallebens und waren mit ihrem Sexualleben weniger zufrieden als vor Beginn des Lockdowns.“
Sie fügte hinzu:
„Zumindest teilweise dürfte dies daran liegen, dass junge Erwachsene seltener mit einem Partner oder einer Partnerin zusammenleben und deshalb während der Kontaktbeschränkungen keine sexuellen Begegnungen mit anderen Partnern haben konnten.“
Clifton sagte abschließend:
„Erst die Zeit wird zeigen, ob die Veränderungen des Sexualverhaltens während des ersten Lockdowns langfristige Auswirkungen haben oder ob es zu einem ‚Nachholeffekt‘ kommt, bei dem die Menschen die verlorene Zeit später ausgleichen.“
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