• 29 Juni 2026 - 11:45 PM

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Fehlalarme, falsche Treffer, Datenschutz: LAPD beendet Zusammenarbeit mit Flock


Von Joe Wilkins Veröffentlicht am 2026/07/19 15:33
Fehlalarme, falsche Treffer, Datenschutz: LAPD beendet Zusammenarbeit mit Flock
Juni. 19, 2026
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Es kommt selten vor, dass das Los Angeles Police Department (LAPD) eine Überwachungstechnologie aufgibt, die es zuvor selbst eingesetzt hat. Die drittgrößte Polizeibehörde der USA hat umfangreiche Verträge mit Palantir abgeschlossen, nutzt umstrittene Anwendungen zur Überwachung von Minderheitengemeinschaften und setzt regelmäßig Drohnen zur Beobachtung friedlicher Demonstrationen ein.

Wenn das LAPD jedoch einen Vertrag mit einem Überwachungsunternehmen nicht verlängert, weil es die Technologie als zu riskant einstuft, deutet dies auf erhebliche Probleme hin.

Am Wochenende teilte die Polizeibehörde mit, dass sie ihre Zusammenarbeit mit Flock Safety beendet. Das umstrittene Unternehmen betreibt in den USA ein weit verbreitetes Netzwerk KI-gestützter Kennzeichenlesekameras (ALPR). Obwohl der Dreijahresvertrag mit Flock kurz vor dem Auslaufen steht, erklärte das LAPD, dass die Partnerschaft nicht verlängert werde. Als Gründe nannte die Behörde Bedenken hinsichtlich Datenschutz, Privatsphäre und Bürgerrechten, wie ABC berichtete.

Dean Gialamas, Chief Information Officer des LAPD, erklärte gegenüber ABC:

„Dieser Vertrag wird aufgrund ernsthafter Bedenken im Zusammenhang mit Bürgerrechten und bürgerlichen Freiheiten nicht verlängert – insbesondere hinsichtlich der Privatsphäre und der Daten, die von diesen Kameras erfasst werden. Das LAPD musste eine schwierige Entscheidung treffen und die Nutzung der Flock-Dienste einstellen, bis wir diese Fragen zu Daten, Datenschutz, Sicherheit und Datenaustausch im Rahmen einer vertraglichen Vereinbarung geklärt haben.“

Die Entscheidung fiel nur wenige Tage, nachdem Joel Feder vom Schwestermagazin The Drive berichtet hatte, dass er und seine Frau während einer Testfahrt mit einem Range Rover in Minnesota plötzlich von bewaffneten Einsatzkräften umringt wurden. Die Beamten erklärten, sie hätten das Fahrzeug mehrere Tage lang mithilfe der KI-gestützten Flock-Kameras verfolgt, nachdem das System das Auto fälschlicherweise als gestohlen gemeldet hatte.

Nach Bekanntwerden der Vertragskündigung veröffentlichte 404 Media weitere Details: Eine Untersuchung des Büros des Generalinspekteurs des LAPD vom 10. Juli ergab, dass die ALPR-Kameras der Behörde innerhalb von nur zwei Monaten insgesamt 161 Fehlalarme zu angeblich gestohlenen Fahrzeugen auslösten. Jeder dieser Fälle führte dazu, dass Polizeibeamte einen unschuldigen Fahrer kontrollierten.

Zusammen mit den 337 Alarmen, die tatsächlich zur Sicherstellung gestohlener Fahrzeuge führten, ergibt sich eine Fehlerquote des Systems von 32,3 Prozent. Damit betraf etwa jede dritte Kontrolle möglicherweise eine unschuldige Person.

Im Prüfbericht heißt es:

„Während des Prüfzeitraums bestätigten die Beamten 161 Alarme als korrekte Kennzeichenübereinstimmungen. Nachfolgende Untersuchungen ergaben jedoch, dass die Fahrzeuge nicht gestohlen waren. Diese Ungenauigkeiten stellen nicht nur eine Belastung für die betroffenen Fahrzeughalter dar, sondern können auch Grundrechte beeinträchtigen, das Vertrauen der Öffentlichkeit untergraben und erhebliche rechtliche sowie finanzielle Haftungsrisiken verursachen.“

Der Bericht des Generalinspekteurs stellt fest, dass Beamte verpflichtet sind, alle verfügbaren Daten zu überprüfen, bevor sie eine polizeiliche Kontrollmaßnahme einleiten. Er legt jedoch nicht offen, wie viele der 161 fehlerhaften Kontrollen auf ein Versäumnis einzelner Beamter zurückzuführen waren.

Stattdessen machten die Ermittler vor allem die Kennzeichendatenbanken verantwortlich, die ihrer Einschätzung nach nicht rechtzeitig aktualisiert worden seien. Dadurch könnten Polizeibeamte auf Grundlage veralteter oder falscher Informationen handeln – mit dem Risiko unnötiger Maßnahmen wie Fahrzeugkontrollen, ungerechtfertigten Festnahmen oder gefährlichen Konfrontationen.

Wie 404 Media hervorhob, behandelt das LAPD mögliche Fälle gestohlener Fahrzeuge als sogenannte „High-Risk Stops“. Diese Einsätze erfordern nach den Richtlinien der Behörde häufig zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, darunter Verstärkung durch weitere Einheiten, Luftunterstützung, die Anwesenheit eines Vorgesetzten sowie die Aufforderung an den Fahrer, das Fahrzeug zu verlassen.

Die möglichen Folgen solcher Fehlalarme sind besonders für Schwarze Menschen in Los Angeles gravierend. Sie stellen 19,5 Prozent der vom LAPD Getöteten, obwohl sie nur etwa neun Prozent der Stadtbevölkerung ausmachen.

Die Entwicklung zeigt, dass selbst große Polizeibehörden den Einsatz KI-gestützter Überwachungssysteme zunehmend kritisch überprüfen. Das LAPD zieht damit eine Grenze bei einer Technologie, die ursprünglich die Polizeiarbeit effizienter machen sollte, nun aber erhebliche Fragen zu Datenschutz, Sicherheit und Bürgerrechten aufwirft.

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