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Wie schreibt man zum ersten Mal eine wissenschaftliche Arbeit auf Englisch?


Von Yoonhee Tong Veröffentlicht am 2026/07/09 13:59
Wie schreibt man zum ersten Mal eine wissenschaftliche Arbeit auf Englisch?
Juni. 09, 2026
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Eine Studentin erzählt von ihren Erfahrungen als Nicht-Muttersprachlerin beim Verfassen ihrer ersten wissenschaftlichen Arbeit für ihre Promotion in den USA auf Englisch – und von den Herausforderungen, denen sie dabei begegnete. Dies ist ihre Geschichte und wie sie gelernt hat, damit umzugehen.

Ich bin in China aufgewachsen und entwickelte meine Englischkenntnisse noch weiter. Deshalb war ich sehr nervös, als ich meinem Doktorvater eine E-Mail schickte, der meine Promotionsarbeit betreute. Schon bald stellte sich heraus, dass meine Sorgen berechtigt waren: Eine Woche später erhielt ich die E-Mail mit zahlreichen Änderungen zurück.

Zunächst war ich frustriert, weil mein Text so stark überarbeitet werden musste. Doch als ich mir die Korrekturen genauer ansah, erkannte ich, wo meine Fehler lagen. Mein Betreuer hatte viele Sätze gekürzt und angemerkt, dass ich unnötig lange und komplizierte Formulierungen vermeiden sollte.

Dieser Rat widersprach allem, was ich beim Lernen für Englischprüfungen erfahren hatte. Ich hatte immer geglaubt, dass komplizierte Grammatik und anspruchsvolle Wörter zu besseren Ergebnissen führen würden. Genau so war ich bisher an das Schreiben herangegangen. Doch offensichtlich hatte ich noch viel zu lernen.

Englischlernen für Prüfungen

Ich begann im Alter von 14 Jahren Englisch zu lernen. Damals musste ich in China eine schriftliche Englischprüfung für die Aufnahme an einer weiterführenden Schule bestehen. Deshalb ließ uns unser Lehrer vor allem Vokabeln und Grammatik üben.

In den folgenden Jahren musste ich weitere Englischprüfungen für die Zulassung zur Universität und für meinen Abschluss absolvieren. Schreiben spielte dabei jedoch nur eine geringe Rolle. Die Prüfungen bestanden hauptsächlich aus Multiple-Choice-Fragen, mit denen Leseverständnis, Wortschatz und Grammatik getestet wurden.

Das erste Mal, dass ich etwas Umfangreicheres auf Englisch schreiben musste, war während meines Masterstudiums in China, als ich eine wissenschaftliche Arbeit bei einer internationalen Fachzeitschrift einreichen wollte.

Ich hatte nicht genug Vertrauen, um einen ersten Entwurf direkt auf Englisch zu verfassen. Deshalb schrieb ich ihn zunächst auf Mandarin und verwendete anschließend ein Online-Übersetzungstool.

Die Arbeit wurde angenommen, was mir zunächst das Gefühl gab, dass meine Strategie funktionierte. Doch nachdem ich mehr englischsprachige Fachartikel gelesen und meine eigenen Texte erneut betrachtet hatte, erkannte ich, dass mein Schreibstil nicht ideal war.

Das Übersetzungsprogramm hatte meinen Text Wort für Wort übertragen. Dadurch entstanden zwar grammatikalisch korrekte Sätze, sie wirkten jedoch unnatürlich – teilweise, weil Satzstrukturen im Mandarin und im Englischen sehr unterschiedlich sind.

Schreiben auf Englisch als Herausforderung

Mir wurde klar: Wenn ich weiterhin wissenschaftlich publizieren wollte, musste ich lernen, direkt auf Englisch zu schreiben. Als ich für meine Promotion nach Großbritannien zog, hatte ich keine andere Wahl mehr.

Plötzlich musste ich nicht nur Forschungsarbeiten auf Englisch veröffentlichen, sondern auch E-Mails schreiben und wissenschaftliche Anträge formulieren. Außerdem musste ich Englisch sprechen – was eine besondere Herausforderung darstellte, aber eine andere Geschichte ist.

Am Anfang saß ich manchmal den ganzen Tag vor meinem Computer und schaffte am Ende nur etwa 200 Wörter. Ich wusste nicht, ob mein Text gut war. Jedes Mal, wenn ich einen Satz schrieb, stellte ich mir jemanden vor, der darüber lachte.

Eines Tages hatte ich genug davon, denselben Satz immer wieder umzuschreiben. Ich entschied mich, den ersten Entwurf eines Manuskripts so schnell wie möglich zu schreiben.

Dann geschah etwas Überraschendes: Die Sätze schienen plötzlich von selbst zu fließen. Innerhalb weniger Stunden hatte ich einen groben Entwurf fertig.

Natürlich musste ich später zurückgehen und meinen Text überarbeiten. Aber es war eine große Erleichterung, überhaupt eine Grundlage zu haben – und zu wissen, dass ein erster Entwurf nur besser werden konnte.

Die Bedeutung klarer Sprache

Die Kommentare meines Betreuers zu meinem Entwurf waren ein weiterer Wendepunkt. Ohne seine Hinweise hätte ich nicht erkannt, dass komplizierte Sätze und große Wörter Leser verwirren können.

Er half mir auch zu verstehen, wie wichtig es ist, eine Geschichte so klar wie möglich zu erzählen und unwichtige Details zu reduzieren.

Heute denke ich über die vereinfachte Botschaft nach, bevor ich mit dem Schreiben beginne. Ich versuche außerdem, schnell einen ersten Entwurf zu erstellen und die kritische Stimme in meinem Kopf möglichst ruhig zu halten.

Danach kehre ich zu meinem Text zurück und prüfe sorgfältig, ob ich meine Sätze präziser machen und unnötige Informationen streichen kann.

Fortschritte durch Überarbeitung

Ich bin inzwischen auch entspannter im Umgang mit Korrekturen. Selbst wenn ich wieder einmal ein Manuskript voller Änderungen zurückbekomme, sehe ich es als Gelegenheit, Probleme zu entdecken, die mir selbst nicht aufgefallen sind.

Allerdings habe ich kürzlich bemerkt, dass mein Betreuer immer weniger Änderungen vornimmt. Das gibt mir Vertrauen, dass ich Fortschritte mache.

Es ist manchmal frustrierend zu wissen, dass ich wahrscheinlich nie so schreiben werde wie mein Betreuer. Aber es tröstet mich, dass Schreiben auch für viele Muttersprachler des Englischen schwierig ist.

Schreiben ist nicht wie das Lösen einer einfachen Rechenaufgabe. Es ist eine Kunst, die jahrelange Übung erfordert.

Ich hoffe, dass meine Erfahrungen anderen Menschen helfen können, ihre eigenen Schreibstrategien zu entwickeln und ihren persönlichen Weg zum erfolgreichen Schreiben zu finden.

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