• 29 Juni 2026 - 10:54 PM

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Sprachdialoge stärken die menschliche Wahrnehmung


Von Corinna Peifer Veröffentlicht am 2026/07/09 14:05
Sprachdialoge stärken die menschliche Wahrnehmung
Juni. 09, 2026
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Eine Studie zeigt, dass das Training neuer Formen der Echtzeit-Interaktion zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz (Human-AI Interaction – HAII) das Arbeitsgedächtnis, die Fähigkeit zum Aufgabenwechsel und die menschliche Wahrnehmung verbessern kann.

Eine aktuelle Untersuchung hat die kognitiven Vorteile des Interlingual Respeaking (IRSP) hervorgehoben. Dabei arbeiten Sprachexperten mit Spracherkennungsprogrammen zusammen, um Live-Übersetzungen in eine andere Sprache zu erstellen. Dieser Prozess, der simultane Übersetzung, das Hinzufügen von Satzzeichen und Inhaltsmarkierungen kombiniert, war Mittelpunkt eines 25-stündigen Weiterbildungstrainings, an dem 51 Sprachprofis teilnahmen.

Die Schulung führte zu deutlichen Verbesserungen der exekutiven Funktionen und des Arbeitsgedächtnisses. Die Forscher betonen, dass solche Trainings nicht nur die kognitiven Fähigkeiten stärken, sondern Sprachfachleute auch auf eine sich schnell entwickelnde, durch künstliche Intelligenz geprägte Sprachindustrie vorbereiten.

Die Wissenschaftler unterstreichen, dass Dolmetscher, Übersetzer und andere Sprachprofis keine Angst vor künstlicher Intelligenz (KI) haben sollten. Das Training neuer Formen der Echtzeit-Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI kann ihr Arbeitsgedächtnis sowie ihre Fähigkeit verbessern, zwischen verschiedenen Aufgaben zu wechseln.

Das Forschungsprojekt konzentrierte sich auf Interlingual Respeaking (IRSP) – eine neue Methode, bei der Live-Übersetzungen in einer anderen Sprache durch die Zusammenarbeit von Menschen und Spracherkennungssystemen entstehen.

IRSP ist ein kognitiv anspruchsvoller Echtzeitprozess. Dabei übersetzt ein Sprachspezialist die eingehende gesprochene Sprache gleichzeitig, fügt mündlich Satzzeichen und Inhaltskennzeichnungen hinzu und nimmt notwendige Bearbeitungen an der Ausgabe des Spracherkennungssystems vor. Dieses wandelt die Äußerungen des Sprachprofis anschließend in übersetzte Texte um.

Die Untersuchung umfasste ein 25-stündiges Weiterbildungstraining zu IRSP mit 51 Sprachfachleuten. Dabei wurden die Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten untersucht, insbesondere auf die exekutiven Funktionen (EF) und das Arbeitsgedächtnis (WM), die vor und nach dem Training gemessen wurden.

Dr. Anna-Stiina Wallinheimo, Forschungsmitarbeiterin am Centre for Translation Studies (CTS) mit Schwerpunkt kognitive Psychologie und Mitglied des Surrey Institute for People-Centred Artificial Intelligence, erklärte:

„Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass das Training neuer Formen der Echtzeit-Interaktion zwischen Mensch und KI, wie beispielsweise Interlingual Respeaking, die kognitiven Fähigkeiten von Sprachprofis verbessern kann und ihnen dadurch einen Vorteil in einer sich schnell verändernden Branche verschafft.“

Dr. Elena Davitti, außerordentliche Professorin am CTS und Leiterin des Forschungsprojekts, erklärte:

„Die Sprachindustrie, die durch das schnelle Wachstum KI-bezogener Technologien wie automatische Spracherkennung und maschinelle Übersetzung geprägt ist, setzt zunehmend auf die Zusammenarbeit zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz.“

Sie fügte hinzu, dass die Forschung wertvolle empirische Erkenntnisse über die kognitiven Anforderungen dieser komplexen Arbeitsformen liefert und damit den Weg für verbesserte Methoden zur Weiterqualifizierung ebnet.

Während künstliche Intelligenz weiterhin die sprachbezogenen Arbeitsfelder verändert, zeigt diese Studie nicht nur die entscheidende Rolle der Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI, sondern macht auch deutlich, dass Sprachprofis ihre Fähigkeiten kontinuierlich weiterentwickeln und sich an ein sich ständig wandelndes Umfeld anpassen müssen.

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